Glastradition in Zwiesel

 

Bereits 1421 wurde im heutigen Ortsteil Rabenstein die erste Zwieseler Glashütte gegründet. In den Anfangszeiten wurden neben Butzenscheiben für Fenster auch gläserne Knöpfe und Rosenkränze hergestellt. Bald schon fertigte man auch Gebrauchs- und Ziergläser aller Art. Für die Glasherstellung wurden große Mengen Holz benötigt, einmal als Pottasche, einem Bestandteil der "Schmelze", der auch heute noch Verwendung findet. Vor allem aber benötigte man das Holz zum Befeuern der grossen Glasöfen. Daher verwundert es nicht, dass sich besonders im Bayerischen Wald viele Glashütten ansiedelten.

Noch heute spielt das Glas eine wesentliche Rolle - und das kann man in Zwiesel auch sehen und erleben. Zum Beispiel während einer Besichtigung der Zwiesel Kristallglas AG (ehemals Schott Zwiesel), wo man im Werksverkauf manches schöne Glas erstehen, nebenan den Glasbläsern bei der Arbeit am Ofen zusehen oder die Weltrekord-Glaspyramide aus 93.665 Weingläsern bestaunen kann. Oder in der Glasmanufaktur Theresienthal,  der ältesten Hütte der Region, die ausschließlich mundgeblasenes Glas von exquisiter Qualität herstellt, das früher schon die Fürsten- und Königshöfe in ganz Europa zu schätzen wussten. Oder bei einem Hüttenabend mit Musik in der kleinen Rotwald-Glashütte, in der Besitzer Heinz Dick mindestens ebenso leidenschaftlich musiziert wie er "geschundenes Glas" herstellt. Oder bei einem Besuch in einer der Zwieseler Glasgalerien, wo Zwieseler Glaskünstler - nicht nur bei passionierten Sammlern begehrte - Kunstobjekte in unterschiedlichsten Bearbeitungstechniken ausstellen. Oder nicht zuletzt bei einem der vielen anderen Zwieseler Glasschaffenden, die vom Bixl (Schnupftabakglas) bis zum gläsernen Türschild kunstvolle Mitbringsel aus dem Bayerischen Wald anfertigen.

 

Henkel II Theresienthal Glasobjekt 001 Glasbläser Krauspe