Künstlerheimat Bayerischer Wald
Der Zwieseler Winkel hat schon immer namhafte Künstler hervorgebracht, die mit ihrem Schaffen den Bayerischen Wald und die Stadt Zwiesel teilweise weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt gemacht haben. Künstler wie Henriette Steigerwald, Paul Friedl, Walter Mauder oder Anton Pech haben mit ihrem Wirken das Kulturleben in der Region maßgeblich beeinflusst. Ihre Einflüsse sind bis heute spürbar. Aber auch die aktuelle Kulturszene rund um Zwiesel kann mit renommierten Namen aufwarten. Einen großartigen Beitrag zur Unterstützung der der regionalen Kunst und Kultur leistet der Bayerische Wald-Verein Sektion Zwiesel mit seiner Sommerausstellung „Zwieseler Buntspecht“, die von der Glaskunst über die Bildhauerei bis hin zu Malerei und Fotografie eine eindrucksvolle Werkschau einheimischer Künstler bietet. Darüber hinaus zeichnet der Hauptverein regelmäßig Kulturschaffende aus dem Bayerischen Wald mit einem viel beachteten Kulturpreis aus.

Künstler des Monats:
Anton Pech
Anton Pech wurde am 12. Dezember 1884 in dem kleinen Ort Morgenthau in Nordböhmen geboren. Nach seiner Schulentlassung besuchte er von 1898 bis 1902 die Glasfachschule in Haida. Pech erhielt seine erste Anstellung als Bromsilberretuscheur in der Kunstanstalt für Photografie und Malerei in Böhmisch-Kamnitz. Kurze Zeit später wechselte er auf Empfehlung von Wilhelm Steigerwald in die Glashütte von Anton Röck in Regenhütte als Zeichner, Maler und Graveur. Nach der Gründung der Zwieseler Glasfachschule 1904 erhielt Anton Pech noch im gleichen Jahr einen Dienstvertrag als Lehrer für „Gravieren auf Glas und Modellieren“. Nach seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg kehrte Anton Pech wieder an die Glasfachschule zurück und wurde 1920 zum Fachschulhauptlehrer befördert. Nach Spannungen mit seinem Vorgesetzten und Förderer Professor Mauder wird Anton Pech 1927 in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.
Anton Pech wendet sich nun völlig von der Materie Glas ab um sich der Fotografie und der Malerei zu widmen. Und es beginnt sein überragendes Engagement beim Bayerischen Wald-Verein, wodurch er zum Motor des Tourismus im Bayerischen Wald wurde. Pech war als Schriftführer im Vorstand und 25 Jahre im Hauptausschuss des Bayerischen Wald-Vereins. Hier beeinflusste er maßgeblich die positive kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Bayerischen Waldes.
Sein beispielloser und unermüdlicher Einsatz wurde vielfach gewürdigt. 1949 ernannte ihn der Bayerische Wald-Verein zum Ehrenmitglied und 1951 wurde er zum Ehrenvorstand der Sektion Zwiesel des Bayerischen Wald-Vereins ernannt. 1952 erhält mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse die höchste Würdigung.
Leider verstirbt Anton Pech viel zu früh am 4. Dezember 1953 im Alter von 69 Jahren. In Zwiesel erinnert heute noch eine Straße an den engagierten Mitbürger.